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Ackerbohne

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Über Ackerbohne

Saubohne, Puffbohne, Dicke Bohne, Faberbohne oder Viehbohne – die Ackerbohne (Vicia faba) ist unter vielen Namen bekannt. Einige der Bezeichnungen weisen bereits auf die Nutzung der Kultur hin: Sie wurde und wird als wertvolles Viehfutter geschätzt. Aber um genau zu sein, handelt es sich bei der Ackerbohne nicht um eine Bohne, sondern um eine Wicke. Sie gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler. Bei archäologischen Ausgrabungen in einer Steinzeitsiedlung in Israel fanden Forscher Samen der Ackerbohne – sie stammen aus der Zeit zwischen 6.800 und 6.500 v. Chr. Seit etwa 3.000 Jahren wird sie auch in Europa angebaut. Dabei stellt die einjährige, krautige Pflanze einige Ansprüche an ihren Standort: Durch den hohen Wasserbedarf ist sie auf mittlere bis schwere Böden mit einem guten Wasserspeichervermögen angewiesen. Die Ackerbohne eignet sich aus diesem Grund nicht für jede Region in Deutschland. Außerdem ist ein tiefgründiger Boden zur Ausbildung der Pfahlwurzel von Vorteil. Die Wurzeln der Ackerbohne gehen eine Symbiose mit Knöllchenbakterien ein, die Stickstoff aus der Luft binden und ihn auch dem Boden zur Verfügung stellen. Damit versorgt sich die Ackerbohne nicht nur selbst mit Stickstoff, sondern bereitet auch nachfolgenden Stickstoffzehrern optimale Bedingungen. Die Ackerbohne bietet zwei Möglichkeiten, sie in die Fruchtfolge zu integrieren: Als Winter- oder Sommerackerbohne. Bei einer Kulturdauer von zehn bis elf Monaten wird die Winterackerbohne von Anfang bis Ende Oktober gesät. Mit sechs bis sieben Monaten auf dem Feld hat die Sommerackerbohne eine deutlich geringere Kulturdauer, spielt aber in der Praxis die deutlich größere Rolle. Sie wird von Mitte Februar bis Mitte März gesät. Die Mähdruschreife ist erreicht, sobald die Hülsen der Ackerbohne schwarz werden und der Feuchtegehalt bei 12 Prozent liegt. Die Oberfläche der Körner sollte sich bei der Ernte nicht mehr mit dem Fingernagel einritzen lassen. Die Anbaufläche von Ackerbohnen in Deutschland ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Lag sie im Jahr 2010 noch bei 16.300 ha, erreichte sie 2022 rund 71.200 ha. Die Anbauer reagieren damit auf die Nachfrage nach pflanzlichem Protein aus heimischer Erzeugung. In der Milchviehfütterung liegt der maximale Mischanteil der Ration bei 20 Prozent. In der Schweinefütterung kann die Ackerbohne aufgrund ihres knappen Gehalts der Aminosäuren Methionin und Tryptophan nur begrenzt eingesetzt werden. Eine besondere Bedeutung hat die Ackerbohne für die Bewohner der Stadt Erfurt. Bereits im Mittelalter lieferten die nährstoffreichen Böden des Thüringer Beckens beste Bedingungen für die nahrhafte Bohne. Sie gedieh so gut, dass sie als „ausgebufft“, später „ausgepufft“ galt, was so viel wie „sehr groß“ bedeutet. Als Puffbohne bekannt und als Arme-Leute-Essen geschätzt, gelangte sie zu so großer Beliebtheit, dass jedes Neugeborene der Stadt Erfurt bei der Geburt eine Plüschbohne erhielt. Heute gilt die Puffbohne als Maskottchen der Stadt Erfurt.

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